Ex libris

„Rezensionen“ von meiner „Bibliothek“

Lorenz, Iny: „Die Kastratin“

Verfasst von dieckhoff am Mai 19, 2007

Italien vor vielen Jahrhunderten. Die katholische Kirche untersagt den Frauen das Singen in der Kirche und unterdrückt sie auch in vielerlei Hinsicht. Diese Verbote treffen Guilia sehr hart. Sie ist die Tochter eines Kapellmeisters in einem kleinen Dorf und kann wundervoll singen. Sie kann all die Choräle und Arien, die ihr Vater mit den Jungen aus dem Knabenchor der örtlichen Kirche mühsam einübt, schon nach einmal hören perfekt nachsingen. Aber als Mädchen droht ihr der Scheiterhaufen, sollte sie es wagen in der Kirche ihre Stimme zu erheben. Also singt sie im Geheimen. Als der Star des Chors kurz vor einer großen Aufführung verfrüht in den Stimmbruch kommt, verkleidet Guilias Vater sie als Jungen und sie darf singen. Die Herren sind entzückt und verlangen, dass der „Junge“ kastriert wird, so dass er nie in den Stimmbruch kommt. Um einer Entdeckung und all den schrecklichen Strafen, die sie unweigerlich mit sich führen würde, zu entkommen, fliehen Guilia und ihr Vater mit zwei treuen Dienern aus der Stadt. Guilias Vater wittert nun die Möglichkeit mit seiner Tochter viel Geld zu verdienen und reist mit ihr durch ganz Europa. Guilia muss sich immer als Kastrat verkleiden. Sie hat großen Erfolg, aber die Verkleidung fällt ihr immer schwerer, ganz besonders weil sie immer mehr zur Frau wird und sich verliebt. Doch kann sie ihrem Liebsten auch ihr Leben anvertrauen, indem sie ihn in das Geheimnis einweiht?

Wie fast immer bei dieser Autorin, ist auch dieses Buch literarisches Fast-Food.